Leidenschaft pur in der Grünen Hölle bei NLS3

08.04.2026

Der Nürburgring bereitet sich auf ein Wochenende vor, das ganz im Zeichen der motorsportlichen Begeisterung steht. Die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy markiert nicht nur den dritten Lauf der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie, sondern ist ein Treffpunkt für Tradition, technologische Innovation und internationale Spitzenklasse. Von den ersten Gehversuchen im Kart-Slalom bis hin zum packendem Multiclass-Racing auf der Nordschleife bietet die Veranstaltung eine Bühne für jede Facette des Rennsports. 

Rennpremiere: Der HWA EVO.R erwacht zum Leben
Ein hochemotionaler Moment bei NLS3 ist die weltweite Rennpremiere eines Fahrzeugs, das die Brücke zwischen glorreicher Motorsport-Tradition und modernster High-End-Technik schlägt: der HWA EVO.R. In der Klasse SP-X schickt die Mannschaft aus Affalterbach zwei Prototypen (Startnummern 61 und 62) in die Grüne Hölle. Der Einsatz markiert für HWA einen historischen Meilenstein: Das erste eigene Modell der Firmengeschichte stellt sich erstmals unter Wettbewerbsbedingungen der härtesten Rennstrecke der Welt. Der HWA EVO ist eine moderne Hommage an den legendären Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo II, eine Stilikone der frühen Neunzigerjahre. Doch unter der markanten Silhouette, die auf nur 100 Exemplare limitiert ist, steckt eine komplette Neuentwicklung. Die Startnummer 61 wird von Evald Holstad, Christian Gebhardt und Sebastian Asch pilotiert. Das Schwesterauto mit der Nummer 66 teilen sich Luca Ludwig, Jamie Green und Lance David Arnold. HWA-CEO Martin Marx beschreibt die Bedeutung des Projekts wie folgt: „Wir freuen uns, dass es mit NLS3 losgeht. Die Serie ist für uns die ideale Plattform, um unsere langjährige Erfahrung unter extremen Bedingungen einzubringen. Gleichzeitig hat dieser Einsatz eine besondere Bedeutung für uns, weil wir als Team an einem Projekt arbeiten, das uns antreibt. Mit dem HWA EVO.R nutzen wir dieses Umfeld, um das Fahrzeug gezielt weiterzuentwickeln und optimal vorzubereiten.“

Die Rückkehr der „alten Lady“: Emotionale Reinkarnation des BMW Z4 GT3
Ein besonderes Highlight der 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy ist die Rückkehr eines absoluten Publikumslieblings in die Grüne Hölle. Peter Posavac bringt den legendären BMW Z4 GT3 (Startnummer 40) zurück auf den Asphalt des Nürburgrings und sorgt damit für Gänsehautmomente in der Boxengasse. Das Projekt ist eine reine Herzensangelegenheit, befeuert durch die überwältigende Resonanz der Motorsport-Community. „Das ist hochemotional und zeigt, was Motorsport möglich macht“, beschreibt Posavac die Welle der Unterstützung durch Fans und ehemalige Wegbegleiter. Nachdem die letzten Einsätze in den Jahren 2018 und 2019 vorzeitig endeten, steht für das Team noch eine offene Rechnung mit der Nordschleife an. Dennoch geht die Mannschaft besonnen vor: Bei NLS3 stehen zunächst die Reifenhomologation und wichtige Testrunden im Fokus, um für das große Highlight des Jahres optimal gerüstet zu sein. Posavac betont voller Vorfreude: „Ich freue mich wahnsinnig, die alte Lady nochmal an den Start zu bringen.“ Gemeinsam mit Michael Funke wird er den V8-Sound des „Zetti“ in der Klasse SP9 AM wieder zum Leben erwecken.

Aufstieg in die Top-Klasse: Kamui Kobayashi im KCMG-GT3
Ein bekanntes Gesicht in einer neuen Rolle ist der Japaner Kamui Kobayashi. Der ehemalige Formel-1-Fahrer, Langstrecken-Weltmeister und Le-Mans-Sieger bleibt dem Team KCMG treu, steigt jedoch für die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy in den Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 47 auf. Bereits im Jahr 2024 absolvierte Kobayashi seine Pflichtrunden für die DMSB-Nordschleifen-Permit auf einem Toyota GR Supra GT4 Evo2. Dieser Einsatz markiert nun seinen nächsten Schritt in die Klasse SP9 PRO. Um die Umstellung auf das deutlich leistungsstärkere GT3-Fahrzeug im dichten Rennverkehr der NLS effizient zu gestalten, wird Kobayashi von einer erfahrenen Besetzung flankiert. Er teilt sich das Cockpit mit Jesse Krohn, Edoardo Liberati und David Pittard, die über umfassende Langstrecken-Erfahrung auf der Nordschleife verfügen. Kamui Kobayashi ordnet seinen ersten GT3-Einsatz in der Grünen Hölle wie folgt ein: „Es wird ein unglaubliches Erlebnis sein, auf dem Nürburgring einen GT3 zu fahren. Vor meinen DPN-Einsätzen im Jahr 2024 war ich noch nie auf der Nordschleife. Daher war es beeindruckend, sie in der Realität zu sehen, ganz ohne Erwartungen. Diese Rennstrecke gehört zu den anspruchsvollsten und aufregendsten der Welt, und ich kann es kaum erwarten, bei NLS3 mein SP9-Debüt mit KCMG zu geben.“

Ein globales PS-Fest: Die Giganten der Teilnehmerliste
Die Internationalität der Nordschleife spiegelt sich deutlich in der vorläufigen Teilnehmerliste wider, die rund 350 Fahrer aus 37 Nationen umfasst. Den quantitativ größten Einsatz leistet das SRS Team Sorg Rennsport mit zehn Fahrzeugen, gefolgt vom Adrenalin Motorsport Team Mainhattan Wheels, das mit neun Boliden vertreten ist. Ebenfalls mit einer starken Flotte von sieben Autos rückt Black Falcon an. Jeweils fünf Fahrzeuge bringen AsBest Racing, Giti Tire Motorsport by WS Racing sowie W&S Motorsport an den Start, wobei das Spektrum hier von TCR-Rennern über Porsche-Cup-Modelle bis hin zu BMW-Cup-Fahrzeugen reicht. Abgerundet wird das Feld der Großteams durch Mannschaften wie Max Kruse Racing und PROsport racing, die mit jeweils vier Fahrzeugen zur hohen Teilnehmerzahl von insgesamt 139 gemeldeten Autos beitragen.

Nachwuchsförderung: Saisonstart der NLS Kart-Slalom-Meisterschaft
Nach dem großen Erfolg im Vorjahr geht die NLS Jugend-Kart-Meisterschaft 2026 in ihre zweite Runde. Unter dem richtungsweisenden Motto „Vom Kart Slalom Sport in den Rundstreckensport auf die Nordschleife“ verfolgen der MSC Adenau und die VLN das gemeinsame Ziel, junge Talente frühzeitig zu fördern und ihnen eine langfristige Perspektive im Motorsport zu ermöglichen. Der erste von insgesamt drei Saisonläufen findet am Samstag, den 11.04.2026, im Historischen Fahrerlager statt. In insgesamt sechs Altersklassen treten die Nachwuchsfahrer der Jahrgänge 2005 bis 2019 an, um sich auf dem Slalom-Kart zu beweisen. Der Wettbewerb startet um 10:00 Uhr mit der Klasse 1. Den feierlichen Abschluss des ersten Renntages bildet die Siegerehrung um 17:30 Uhr im Media Center des Nürburgrings, bei der die fünf bestplatzierten Fahrer jeder Altersklasse geehrt werden.

Brückenschlag zur virtuellen Welt: Ehrung der DNLS-Champions
Ein besonderes Zeichen für die enge Verbindung zwischen realem und digitalem Motorsport wird in der Pause zwischen dem Training und dem Rennen gesetzt. Im Rampenlicht stehen die Champions der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie (DNLS) der Wintersaison 2025/2026 sowie die Gewinner des Community-Cups 2025, die am 11. April ihre offizielle Ehrung erfahren. Die vergangene Saison markierte einen Meilenstein, da Teilnehmer sich hier erstmals Rennerfahrung für die DMSB Permit Nordschleife anrechnen lassen konnten. Gefeiert wird unter anderem das Team BS+COMPETITION, das mit einer perfekten Bilanz von vier Siegen in vier Rennen souverän den klassenübergreifenden Gesamttitel einfuhr. In der Königsklasse SP9 wird die Mannschaft von Falken Simracing geehrt, die sich nach einem dramatischen Finale die Meisterschaft sicherte. Ebenfalls auf das Podium gerufen werden die neuen Champions der Porsche-Cup-Klasse (PEETN) vom Team EMM Esports sowie die Titelträger der Klasse SP10 vom Team SimRC.

Tickets für die dritte Veranstaltung der Jubiläumssaison, die 57. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy, kosten 25 Euro (Kinder bis einschließlich 14 Jahre kostenfrei) und sind unter VLN.de/tickets sowie an den Tageskassen erhältlich. Damit geht es auf die geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs, in die exklusiven Zuschauerbereiche Brünnchen und Pflanzgarten sowie ins Fahrerlager, die Boxengasse und die Startaufstellung. Um die besten Positionen für die Startaufstellung geht es im Qualifying zwischen 8:30 und 10 Uhr. In der Pause zwischen Zeittraining und Rennen bleibt den Fans ausreichend Zeit, die Boliden aus nächster Nähe zu erleben: Mit einem Ticket geht es ab 10:20 Uhr beim Pitwalk in die Boxengasse, bevor ab 11:10 Uhr die Startaufstellung mit noch mehr Motorsport zum Anfassen lockt. Der Rennstart für das vier Stunden dauernde Langstreckenrennen ist um 12 Uhr.